5 Dinge, die Eltern bei einer Klassenfahrt wichtig sind

Hurra, das Kind geht auf Klassenfahrt! Meist ist es spätestens in der 8. Klasse so weit und das Kind verreist mehrere Tage mit seiner Klasse. Nicht nur, weil es für manches Kind die erste Reise ohne Eltern ist, Eltern haben bei der ersten Klassenreise den Kopf voller Fragen und Anliegen. Kann mein Kind während der Reise Alkohol oder Drogen konsumieren? Was ist, wenn mich mein Kind vermisst? Wie teuer ist eine Klassenfahrt? 

1. Kosten und Finanzierung

Wie teuer wird eine Klassenfahrt und wer kann mir bei der Finanzierung helfen?

Generell ist es der Schule und den Lehrern ein Anliegen, jedem Kind die Klassenfahrt zu ermöglichen, da es sich hierbei um eine schulische Veranstaltung handelt, die im Lehrplan vorgeschrieben ist. So berücksichtigen die Lehrer schon bei der Planung die finanziellen Ressourcen ihrer Klasse. Sollte eine Klassenfahrt dennoch die finanziellen Mittel einer Familie überschreiten, gibt es einige Fördermöglichkeiten, die von den Lehrern schon im Vorfeld angeboten werden. 

Möglichkeit der Ratenzahlung

Klassenfahrten werden immer sehr früh angekündigt, so dass Eltern die Möglichkeit haben, eine Ratenzahlung zu vereinbaren. Diese sollte von Lehrkräften schon im Elternbrief angeboten werden. 

Finanzielle Unterstützung durch schuleigene Mittel

Die meisten Schulen verfügen über einen schuleigenen Förderverein, der Eltern, deren finanzielle Mittel nicht ausreichen, unterstützen kann. Außerdem gibt es Förderungen des Oberschulamtes, die angefragt werden können.

Leistung zur Bildung und Teilhabe

Eltern, die Wohngeld oder den Kinderzuschlag beziehen, stehen Leistungen für Bildung und Teilhabe zu. Der entsprechende Antrag wird bei der Stadt, der Gemeinde oder dem Landkreis gestellt. Den Antrag findet man außerdem auf der Seite des Bundesarbeitsministeriums. Leistungen zur Bildung und Teilhabe greifen selbstverständlich auch bei dem Bezug von Arbeitslosengeld II, bieten allerdings auch Eltern, die generell in der Lage sind, die täglich anfallenden Kosten für ihr Kind zu decken, die Möglichkeit, eine Klassenfahrt zu bezuschussen.

2. Aufsichtspflicht

Wer hat die Aufsichtspflicht während einer Klassenfahrt? 

Für eine Klassenfahrt werden mindestens zwei Lehrkräfte eingeteilt, die Empfehlung lautet, dass eine weibliche und eine männliche Lehrkraft die Klassenreise begleiten sollte, so dass sich für alle Kinder ein Ansprechpartner findet. Bei einer Klassenfahrt treten die Eltern für den Zeitraum der Reise ihre Aufsichtspflicht an die Lehrkräfte ab. Dies kann im Vorfeld schriftlich vereinbart werden, muss es aber nicht, da es sich um eine schulische Veranstaltung handelt.

Individuelle Regeln für die Klassenreise werden von den Lehrkräften festgelegt. Generell gibt es aber Regeln, an die sich die Kinder halten müssen. So sind Regeln in einer Jugendherberge festgelegt und weder von den Lehrern noch von den Eltern individuell verhandelbar. Auch das Kinderschutzgesetz gilt selbstverständlich auch auf einer Klassenfahrt. 

Gerade Dinge wie Alkoholkonsum spielen ab einem gewissen Alter eine Rolle im Leben der Kinder und bereiten Eltern gegebenenfalls Sorge. Auch Alkoholkonsum betreffend können die Lehrkräfte individuelle Regeln festlegen, Eltern können allerdings nicht erwarten, dass ihre zuhause geltenden Regeln zwingend auch auf der Klassenfahrt umgesetzt werden. Alle Regeln gelten generell für alle Kinder und Jugendlichen, die an der Klassenfahrt teilnehmen. Auch in Bezug auf Alkohol ist allerdings das Jugendschutzgesetz maßgeblich. So können Jugendliche ab 16 Jahren Bier und “leichte” Spirituosen kaufen und konsumieren. Jüngere Kinder nicht. 

Kann mein Kind heimgeschickt werden?

Es ist die Aufgabe der Lehrer, Regeln situations- und kontextabhängig festzulegen. Ob ein Kind letztendlich bei Regelverstößen nach Hause geschickt wird, liegt auch im Ermessen der betreuenden Lehrkraft. Dies wird jedoch meist nur bei wirklich gravierenden Regelverstößen praktiziert. Auch wenn keine Einsicht des Schülers erfolgt und es somit zu wiederholten Verstößen kommt. 

Generell haben die betreuenden Lehrkräfte das Recht, einen Schüler nach Hause zu schicken, und Eltern sind verpflichtet, ihr Kind abzuholen, wenn dies zumutbar ist. 

3. Essen/Medikamente/Allergien

Mein Kind hat Allergien oder ist Vegetarier, wird darauf bei einer Klassenfahrt Rücksicht genommen?

Die meisten Kinder haben, besonders das Essen betreffend, ihre Vorlieben und Abneigungen, aber auch religiöse Vorschriften können beim Essen eine Rolle spielen. Wie wird das auf einer Klassenfahrt gehandhabt?

Generell kann nicht auf sämtliche Vorlieben oder Abneigungen das Essen betreffend bei einer Klassenfahrt Rücksicht genommen werden. Meist wird das Essen in einer Jugendherberge gebucht. Hier gibt es allerdings bei der Wahl des Essens meist die Möglichkeit, auf religiöse Vorgaben oder Vegetarismus einzugehen. Sonst haben die Kinder und Jugendlichen auch die Möglichkeit, sich eigenes Essen zu kaufen. Allergien müssen allerdings beachtet werden. Daher wird allen Eltern ein Fragebogen ausgehändigt, auf dem sie Allergien vermerken können und auch sollten. Hierbei sind ALLE allergischen Reaktionen wichtig und MÜSSEN aufgeführt werden, um eine Gefährdung des Kindes auszuschließen. Auch wenn das Kind selbst weiß, dass es zum Beispiel auf Erdnüsse allergisch reagiert, und es diese meidet, könnte bei einem asiatischen Essen Erdnuss dabei sein. Wenn die Lehrkraft informiert ist, kann und wird sie darauf achten.

Kann die betreuende Lehrkraft meinem Kind Medikamente geben?

Auch die Information über Medikamente, die regelmäßig oder in Notsituationen verabreicht werden müssen, ist äußerst wichtig und wird im Vorfeld abgefragt. Mittel bei Allergien, Asthmaspray, Ritalin, die Liste der dringend benötigten Medikamente ist lang. Generell dürfen Pädagogen keine Medikamente verabreichen, individuelle Absprachen mit Eltern sind allerdings möglich. Was bedeutet: reden sie mit den Lehrkräften. Stimmen die Lehrkräfte und die Erziehungsberechtigten im Vorfeld einer Medikamentengabe zu, ist dies rechtens. 

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4. Medienkonsum und Kontakt nach Hause

Vielen Eltern ist es wichtig, den Medienkonsum ihres Kindes im Auge zu behalten und gegebenenfalls einzuschränken. Eltern ist es wichtig, ihren Kindern auch “reale” Erlebnisse zu bieten, sonst würden die Kinder und Jugendlichen “nur am Handy hängen”. 

Wie ist das aber auf einer Klassenfahrt? Wie wird der Medienkonsum gehandhabt und wie kann das Kind Kontakt nach Hause aufnehmen?

Kann der Lehrer meinem Kind das Handy abnehmen?

Die betreuende Lehrkraft auf einer Klassenfahrt kann durchaus ein Handyverbot festlegen. In Bezug auf Regeln, die gegebenenfalls auch von den Eltern unterschrieben werden, ist das möglich. Die meisten Lehrkräfte werden dies in der heutigen Zeit aber nicht tun. Die Ablenkung durch ein Handy stört, allerdings befinden sich die Kinder in einer ihnen unbekannten Stadt und gerade für Navigation und Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln ist die Handynutzung heute fast unabdingbar. Und jeder Lehrer möchte doch auch einen Teil der Klassenfahrt zur freien Verfügung stellen. Hier sollten alle Kinder wieder heile am Treffpunkt ankommen und notfalls die Möglichkeit haben, den Lehrer zu kontaktieren.

Eine Klassenfahrt betreuende Lehrkräfte werden also auch die Handynutzung durch Regeln festlegen, die auch mit den Eltern kommuniziert werden.

Was, wenn mein Kind Heimweh hat?

Für manche Kinder ist eine Klassenfahrt die erste Reise ohne ihre Eltern. Bei Freunden übernachtet haben die meisten schon, doch mehrere Tage ohne Eltern hatte manches Kind zuvor noch nie. Doch auch bei Kindern, die schon einmal ohne ihre Eltern etwas unternommen haben, schwingt bei Eltern eine Sorge mit: Was, wenn das Kind Heimweh bekommt? Besonders wenn die Handynutzung untersagt oder reglementiert wird, können die Kinder nicht so einfach Kontakt nach Hause aufnehmen. Doch auch Eltern müssen Kontrolle und somit Sicherheit abgeben. 

Hier ist es ratsam, mit der betreuenden Lehrkraft ins Gespräch zu gehen und zu informieren, falls das eigene Kind zu Heimweh neigt. Heimweh ist meist nur ein kurzes, situationsbedingtes Gefühl, das sich in einem Alter von mindestens 10 Jahren durchaus überwinden lässt. Bei Kindern ab 10 Jahren ist es nicht mehr nötig sie abholen zu lassen, Lehrkräfte können das Kind unterstützen, das Gefühl auszuhalten. Wenn Eltern hierzu Tipps und Ratschläge haben, was ihrem Kind hilft, die Situation durchzustehen, können Lehrkräfte und Eltern so effektiv zusammenarbeiten und dem Kind gemeinsam eine angenehme Klassenfahrt ermöglichen.

5. Wissensvermittlung

Wird mein Kind auf der Klassenfahrt mit seinen Freunden nur Party machen?

Da es sich bei einer Klassenfahrt um eine schulische Aktivität handelt, Eltern ihre Kinder, besonders in der Pubertät, aber sehr gut kennen, können auch hier Fragen auftauchen. Auch so mancher Schüler geht bei einer Klassenfahrt davon aus, dass er endlich mal viel Zeit mit seinen Freunden und Spaß ohne Kontrolle der Eltern haben kann. 

Eine Klassenfahrt ist allerdings eine schulische Veranstaltung, bei der Wert darauf gelegt wird, auch dem Lehrplan gerecht zu werden. 

Dies kann und sollte auf einer Klassenreise jedoch wesentlich freier und unkonventioneller stattfinden. Es muss kein Frontalunterricht abgehalten werden, sondern die Kinder bekommen die Möglichkeit, Wissen selbstständig und auch mit Freude zu erarbeiten.

Die meisten Lehrer nutzen für die Planung ihrer Klassenfahrt folgende Regel: ein Drittel Bildung, ein Drittel gruppendynamische Aktivität, ein Drittel freie Verfügung. So werden die Bedürfnisse aller bestmöglich bedient. 

Auch wenn bei jedem Erziehungsberechtigten ganz individuelle Fragen bei der ersten Klassenfahrt auftauchen, konnten hier hoffentlich einige beantwortet werden. Weitere Anliegen und Fragen können generell am besten im individuellen Gespräch mit der Lehrkraft oder beim Elternabend zur Klassenfahrt beantwortet werden. 

Eine Klassenfahrt ist auf jeden Fall ein Erlebnis, das jedem Kind ermöglicht und kreativ mit Herzblut gestaltet werden sollte.